Heute schon gezwitschert? Retweeten und entdeckt werden auf Twitter

Auch die VDRJ hat einen Twitter-Account, auf dem regelmäßig eigene Website-Beiträge angeteasert, thematisch passende Fremdartikel aufgegriffen oder die "Zwitschereien" anderer retweetet werden. (Foto: Valerie Wagner)
Auch die VDRJ hat einen Twitter-Account, auf dem regelmäßig eigene Website-Beiträge angeteasert, thematisch passende Fremdartikel aufgegriffen oder die "Zwitschereien" anderer retweetet werden. (Foto: Valerie Wagner)

280 Zeichen sind nicht immer genug, um Gedanken mitzuteilen oder einen neuen Artikel anzupreisen. Die Zeichenbegrenzung wurde erst im November 2017 verdoppelt, denn Twitter ist ein schnelles Medium. Seit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017 schafft es der blaue Vogel auch regelmäßig in die Nachrichten. Der US-Präsident mobilisiert darüber seine Anhängerschaft. Zwei seiner Tweets im Juni 2020 wurden allerdings von der Plattform gesperrt. Doch auf Platz 1 der Accounts mit den meisten Followern steht immer noch Barack Obama – vor Justin Bieber (rund 112 Millionen) und Katy Perry (etwa 108 Millionen). Im Juli 2020 folgten dem früheren POTUS (kurz für: President Of The United States) 120 Millionen Menschen.

Von Valerie Wagner

Aktuelle Nachrichten verbreiten sich über Twitter extrem schnell. Gerade deswegen ist der Microblogging-Dienst besonders interessant für Journalisten und Nachrichten-Interessierte. Anders als bei Facebook geht es nicht um die primäre Verbindung zu Freunden, sondern vielmehr um eine thematische Vernetzung.

Obwohl die Plattform mit Audio-Beiträgen oder Story-Formaten nachrüsten will, sind vor allem Texte relevant. Wegen der Zeichenbegrenzung muss man schnell auf den Punkt formulieren – ein Heimspiel für Journalisten.

Warum Reise-Journalisten twittern sollten

Für Reise-Journalisten eignet sich Twitter besonders gut für Live-Berichterstattungen, unkomplizierte Kontaktaufnahme mit anderen Journalisten oder Organisationen sowie für die Verbreitung von eigenen Artikeln. Zudem können auf Twitter fremde Beiträge einfach und schnell kuratiert, sprich „mehrwertige“ Beiträge anderer geteilt werden.

Wie im Artikel „Ich muss ja noch posten! Vernetzen und gefunden werden auf Facebook“ erwähnt, betreut Charis Stank seit Juni 2020 die Facebook-Seite und den Twitter-Account der VDRJ.

Über Twitter sagt sie: „Wir wollen die VDRJ bekannter machen, denn Sichtbarkeit ist das A und O in sozialen Netzwerken. Das erreichen wir, indem wir Veröffentlichungen unserer Mitglieder teilen oder interessante Meldungen aufgreifen und eigeninitiativ ausspielen oder Tweets aus der Medien- und Reisebranche retweeten. Mit diesem Mix aus eigenem und gesammeltem Content rund um unseren Beruf machen wir Branchenkontakte und Berufskollegen neugierig auf die VDRJ. Unsere eigenen Mitglieder, von denen einige auf Twitter vertreten sind, bekommen zudem mehr Aufmerksamkeit und finden selbst Anregungen für ihr Berufsleben.“

Die Strategie erzielt Erfolge. Bis Ende Juli hatte sich die Follower-Zahl auf dem VDRJ-Twitter-Account bereits verfünffacht. Zugegeben, in absoluten Zahlen bewegt sich das im Vergleich mit dem Einstiegsbeispielen noch auf niedrigem Niveau; aber auch die haben mal klein angefangen.

Wie funktioniert Twitter eigentlich?

Wie erwähnt, besteht eine Kurznachricht, Tweet genannt, heute aus maximal 280 Zeichen. Mehr noch wie andere soziale Netzwerke lebt Twitter dabei von der Interaktion. Dadurch erhöht sich die eigene Reichweite und Sichtbarkeit. Dafür gibt es auf Twitter mehrere Möglichkeiten.

Über www.twitter.com registriert man sich auf der Plattform, legt einen Accountnamen und ein Passwort fest. Der Account wird über eine Bestätigungs-E-Mail verifiziert. (Screenshot: Valerie Wagner)

Für den Nutzernamen stehen 15 Zeichen zur Verfügung, für eine aussagekräftige Profilbeschreibung (Biografie) kommen separate 160 Zeichen hinzu. Außerdem sollte man ein Profilbild und ein querformatiges Titelbild (Twitter spricht von „Cover“) einfügen, um zu zeigen, worum es auf dem Account geht.

Für das Profilbild ist ein Porträtbild meist geeigneter als ein Logo oder ähnliches – zumindest für Einzelpersonen. Auch wenn man sich auf Twitter nicht nur mit Freunden vernetzt, wollen die Menschen und potenzielle Follower schließlich wissen, mit wem sie es zu tun haben. Medien, Vereine und Verbände setzen gemeinhin auf ihr bekanntes Logo oder eine Kurzversion desselben (z. B. ohne textliche Zusätze).

Auf Tweets können (fast) alle Accounts antworten. Über den Retweet-Button, können Tweets auf dem eigenen Twitter-Account mit oder ohne Kommentar geteilt werden. Das „faven“ ist das „Gefällt mir“ auf Twitter und über den Teilen-Button, kann ein Tweet per Direktnachricht weitergeleitet werden, ein Lesezeichen gesetzt werden, der Link zum Tweet kopiert werden oder der Tweet per E-Mail oder anderes geteilt werden. (Screenshot: Valerie Wagner)

 

In der mobilen Version erreicht man das Profil übrigens über das Profilbild. Über „Profil“ wiederum kann man seine Informationen bearbeiten, in „Listen“ kann man Accounts, denen man folgt, nach Themen sortieren. Über „Themen“ kann man festlegen, welche Inhalte im Newsfeed angezeigt werden. In den „Lesezeichen“ findet man seine gespeicherten Tweets wieder.

Welche Bedeutung haben Hashtags auf Twitter?

Ein Hashtag ist ein Wort, das mit einem Doppelkreuz versehen zu einem Schlagwort wird. Hashtags werden auf Twitter zum Beispiel für die Suche genutzt. So kann man in der Suchleiste nach #journalismus oder #vdrj suchen. Veranstaltungen nutzen Hashtags, um damit schon vor der Veranstaltung und später wieder in der Nachberichterstattung auf diese aufmerksam zu machen. Sie nutzen ihn auf Flyern und in Artikeln – und er erscheint im besten Fall in den Twitter-Trends.

Am 27. Juli 2020 dominierten beispielsweise Hashtags die Twitter-Trends, die angesichts der Sommer- und Reisezeit überraschten. (Screenshot: Valerie Wagner)

Regelmäßig sonntags trendet z. B. erfolgreich der Hashtag #tatort. Als im Mai George Floyd durch Polizeigewalt starb, trendete #BlackLivesMatters tagelang auf Platz eins. Bekannt ist dieser Hashtag bereits seit 2013 und schafft es leider immer wieder in die Twitter-Trends.

Hashtags auf Twitter sind also nicht nur Suchbegriffe, sondern handfeste Statements. Sie sollten mit Bedacht gewählt und wohlüberlegt genutzt werden.

Sucht man auf Twitter einen Hashtag, z. B. #Journalismus, erscheinen unter „Top“ die Ergebnisse mit den meisten Gefällt-mir-Angaben oder Retweets. Unter „Neuste“, wie der Name schon sagt, die neusten Tweets mit diesem Hashtag. Die Ergebnisse in „Personen“ zeigen die Accounts, die den Hashtag in der Profilbeschreibung nutzen und in „Fotos und Videos“ die beliebtesten Bilder und Videos. (Screenshots: Valerie Wagner)
„Moments“können nur in der Desktop-Version angelegt werden. Darüber können Tweets, die gefallen haben, oder Tweets von anderen Accounts als Moment angelegt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, auch eigene Titel und Bilder zu verwenden. (Screenshot: Valerie Wagner)

Andere auf einen Tweet aufmerksam machen

Um andere auf Tweets aufmerksam zu machen, etwa, weil man in einen Artikel verlinkt hat, kann man den betreffenden Account „taggen“. Dafür nutzt man vor dem Accountnamen (auch Twitter-Handle genannt) das @-Zeichen. Der markierte Account erhält eine Benachrichtigung und kann auf den Tweet reagieren. Im besten Fall retweetet und antwortet der getaggte Kollege.

Durch das Taggen von anderen Accounts erreicht ein Tweet eine höhere Reichweite und Sichtbarkeit, Der markierte Account wird über die Notifications benachrichtigt. (Screenshot: Valerie Wagner)
Twitter lebt von Interaktion und dem Austausch mit anderen Accounts. Dazu gehört das Teilen von fremden Inhalten, angereichert mit eigenen Beobachtungen oder Meinungen und das taggen des Verfassers. Schon immer haben soziale Netzwerke die Intention, Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen zu bringen. Twitter ist dafür bestens geeignet. Außerdem macht das Teilen von fremden Inhalten, den eigenen Feed bunter und erwähnte Accounts bedanken sich und teilen ebenfalls Inhalte. 

Einfache Organisation per Tweetdeck

Twitter kann schnell unübersichtlich werden. Gerade dann, wenn ein Tweet mehr Aufmerksamkeit erhält, viel retweetet wird oder etliche Antworten erhält. Dafür gibt es das Tool Tweetdeck, mit dem man einen besseren Überblick behalten kann.

Tweetdeck stellt den eigenen Newsfeed im Reiter „User“ dar. Unter „Notification“ kann man den Überblick über seine Benachrichtigungen behalten. „Messages“ zeigen neue private Direktnachrichten an und „Trending“ zeigt die aktuellen Twitter-Trends. (Screenshot: Valerie Wagner)

Über Twitter im Gespräch bleiben

Fazit: Die „zwitschernde“ Plattform bietet schnelle Informationen, eine unkomplizierte Vernetzung mit Kollegen und die Möglichkeit, auf eigene Artikel aufmerksam zu machen. Gleichzeitig lebt Twitter von Interaktion. Richtig angewandt, kann es die eigene Sichtbarkeit erhöhen und bringt mehr Leser auf die eigene Website oder Blog.

Besonders sympathisch ist dabei das Alleinstellungsmerkmal: Die 280-Zeichen-Grenze. Wann „zwitschern“ Sie los?

Lesetipp

Bei ihrer Recherche zu dem Beitrag ist unsere Autorin über eine recht umfangreiche „Anleitung: Twitter für Einsteiger – Tipps und Tricks für den Microblogging-Dienst“ gestolpert. Ein Lesetipp mit etwas Twitter-Historie und vielen Screenshots, Filmchen und Zahlen für alle, die mit mehr Muse tiefer in das Thema einsteigen wollen.

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