Influencer für Schleichwerbung?

Es ist kein Geheimnis, dass es eine gewisse Spannung gibt zwischen Journalisten und Bloggern im Reisebereich. Da kommt viel zusammen. Unwissenheit über das berufliche Selbstverständnis des anderen, Ängste, dass der ohnehin kleine Kuchen für die Berichterstattung weiter marginalisiert wird, eine gewisse Überheblichkeit auf journalistischer Seite, dass die Blogger ja kein Fachwissen hätten, aber auch umgekehrt eine Ignoranz der Internetler, dass Sorgfaltspflicht und Regeln bei Recherchen durchaus nicht einfach nur zu vernachlässigende Old School Attitüden sind. Ein bisschen mehr Gelassenheit und Neugierde gegenüber dem anderen Lage würde allen durchaus gut tun.

Ein Bereich bleibt allerdings der Knackpunkt. Journalisten arbeiten in der Regel für Medien und werden von diesen bezahlt. Zwar schlecht, aber immerhin. Blogger sind ihr eigener Medienbetrieb und müssen schauen, woher sie ihr Geld bekommen, wenn es kein Hobby ist. Zunehmend lassen sie sich also vom Einlader bezahlen dafür, dass sie überhaupt berichten. Das ist für Journalisten natürlich der Sündenfall, der unnachgiebig in eigenen Reihen geahndet würde. Seit der ITB wird das Grummeln lauter. Einige Marketingfuzzis der touristischen Industrie haben nämlich ein neues Steckenpferd: den so genanten Influencer. Im Endeffekt einen Blogger mit großer Fangruppe, der gegen Bezahlung, sagen wir es offen, Schleichwerbung macht. Bedeutet das, lästige Journalisten einzutauschen gegen eigene kontrollierte Kommunikationskanäle? Darüber spreche ich mit dem Kommunikationschef der Condor, Johannes Winter.

… und hier können Sie das Reiseradio-Gespräch hören

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