Fazit der Columbus Filmpreise: Licht und Schatten

Die Filmpreis-Jury bei der Arbeit; Foto: Till Bartels
Die Filmpreis-Jury bei der Arbeit; Foto: Till Bartels

Scheinbar eine reiche Auswahl – 42 Einreichungen von so gut wie allen renommierten Sendern, außerdem vielversprechende freie Produktionen, 2019 online erstveröffentlicht. Novum schließlich bei der Entscheidung: Der Silberne Columbus Kamera wird erstmals doppelt vergeben. Ein Resümee vom Filmpreis-Geschäftsführer Thomas Radler.

Mit der 90 MInuten langen NDR-Dokumentation„Im Herzen Schottlands – mit dem Zug durch die Highlands“ geht es bei unserer Jury-Sitzung gleich gut los. Eine tolle Kamera, gut ineinander verwobene Geschichten, so kann es weitergehen.

Danach aber viel Leerlauf und wenig inspirierte Produktionen. Gutes Handwerk ja, aber wo sind die zündenden Ideen, wo die Reisegeschichten, die uns in der Jury sofort in den Bann ziehen? Aber wir bleiben guter Dinge, mehr als 20 Produktionen liegen nach der Mittagspause noch vor uns.

Als Hintergrundinfo kurz ein paar Worte zum Prozedere der Jurysitzung. In den zwei Sitzungstagen können wir uns unmöglich alle Filme komplett ansehen. Um allen Produktionen eine gleich-berechtigte Chance zu geben, schauen wir von allen Filmen die ersten zehn Minuten an. Danach wird entschieden: weiterschauen oder nicht? Wer es in die nächste Runde schafft, kommt am Sonntag in die Endauswahl. Filme, die ins Rennen um den Hauptpreis, den Goldenen Columbus, gehen, sehen wir uns dann nach Möglichkeit komplett an.

Nach der Mittagspause geht es schleppend weiter. Wir fragen uns schon, ob wir möglicherweise zu streng sind. Dann die ersten Lichtblicke. Vorjahressieger Lars Böhnke gelingt es erneut in wenigen Minuten die Essenz eines Ortes filmisch einzufangen. Im Jahr zuvor in Kamtschatka, war er dieses Mal in der Mongolei unterwegs. Vom Saarländischen Rundfunk eine interessante Abenteuerreportage – zwei Studenten unterwegs auf einem ganz besonderen Trip: Mit einem mehr als 30 Jahre alten Renault 4 wollen sie an der R4-Trophy teilnehmen, einer Rallye von Biarritz bis Marrakesch. Die ersten Minuten machen definitiv Lust auf mehr.

Am Sonntag dann die Endauswahl: Schon bald haben wir unsere Favoriten für die Kategorien Regie, Kamera und Information/Ethik identifiziert. Wer aber gewinnt den Hauptpreis Film? In den vergangenen Jahren kristallisierte sich stets ein klarer Favorit heraus, doch dieses Mal tun wir uns schwer. Denn für den Goldenen Columbus muss wirklich alles stimmen, hierfür suchen wir den herausragenden Reisefilm des Jahres.

Wir überlegen intensiv, müssen schließlich aber schweren Herzens einsehen, dass sich kein Film wirklich für den Hauptpreis aufdrängt. Als Konsequenz wird der Goldene Columbus Film dieses Jahr erstmalig nicht vergeben. Das soll die Leistungen – besonders die unserer Kategorien-Preisträger – in keiner Weise schmälern. Vielleicht ist es ein Ansporn an die Branche, im kommenden Jahr ihre Geschichten noch mutiger und überzeugender zu erzählen.

Ein herzliches Dankeschön geht auf alle Fälle an TARUK Reisen. Der Reiseveranstalter, spezialisiert auf außergewöhnliche Reisen mit persönlich konzipierten Routen, unterstützt unsere Filmpreisgewinner mit Geldpreisen von 1.500 Euro.

Die prämierten Beiträge:

Die Filmpreis-Jury 2019

  • Thomas Radler (ThoRa Film), Geschäftsführer Columbus Filmpreis, sowie
  • Till Bartels (stern.de),
  • Catherine Bouchon (Lindner Hotels),
  • Richard Hofer (WDR),
  • Thorsten Pengel (VDRJ-Editor),
  • Jens Stubenrauch (rbb)
Wir danken den Sponsoren der Columbus Filmpreise 2019:

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