Kategorie Innovation: „#lookslike: Von der Zugspitze bis Neuschwanstein“

Wer ein bisschen im Netz stöbert findet eine Fülle von Fotos der Bayerischen Alpen, die eher an Kanada erinnern. #lookslike-Reporter Christian Loß (hier am Zugspitz-Gipfelkreuz) ist diesen Instagram-Highlights gefolgt und hat nachgesehen, ob die Realität mit den Bildern im Netz mithalten kann. (Foto: WDR/TVision/sobolewski)

Der WDR mit einem neuen Reisefilmformat, hergestellt ausschließlich für die Veröffentlichung im Netz, ohne eigenen TV-Sendeplatz. Mit jungen Presentern, die ganz anders daherkommen als ihre etablierten Kolleginnen und Kollegen in den etablierten Formaten aus Köln wie „Wunderschön“ und „2 für 300“. Frecher, subjektiver, persönlicher. Diese Grundidee hat Charme, aber kann das funktionieren? Oder kommt dabei am Ende nur ein schlechter Abklatsch inzwischen wohlvertrauter Vorbilder aus dem Netz heraus, frei nach dem Motto einer alten Schulfreundin: Gewollt, aber nicht gekonnt?

Von Thomas Radler 

Die Antwort: Es funktioniert. Und das ziemlich gut. Der eingereichte Film „#lookslike: von der Zugspitze bis Neuschwanstein“ macht Spaß, ist unterhaltsam und vermittelt auch überraschend viele Informationen, bietet den Zuschauerinnen und Zuschauern praktischen Service und Nutzwert. Das alles auf eine charmante, unaufdringliche und witzige Art, die viel mit der Qualität von Präsentator Christian Loß und seinen Partnern Nico Sobolewski und Claus Möller zu tun hat. 

Die drei sind zwar selbst ein wichtiger Teil der filmischen Erzählung, ohne sich dabei aber zu sehr in den Vordergrund zu spielen oder fälschlicherweise anzunehmen, sie seien wichtiger als die bayrischen Alpen-Klassiker, die sie ihrer Netzgemeinde präsentieren. 

Etwas schade, dass die Autoren nicht – gerade in den Alpen – den zuweilen grassierenden Instagram-Wahnsinn auch einmal kritisch hinterfragt haben. Einzelne dieser international publizierten Hotspots führen mittlerweile teilweise zu großen Problemen in kleinen Alpen-Dörfern und -Gemeinden, wo Tausende Foto-Süchtiger einstmals lauschige Rückzugsorte in Pilgerstätten des modernen Selfie-Massentourismus machen. 

Aber dennoch: Der WDR beweist mit #lookslike“ (Redaktion: Patrick Löffler, Peter Schneider, Jörg Gaensel), dass es geht, neue überzeugende Reiseformate zu etablieren. Die Welt der Instagram-Reisefotos gibt sicher unendlichen Stoff, wir freuen uns da auf mehr. Dafür gab es dieses Jahr den silbernen Columbus in der Kategorie Innovation.

Der Film ist auf YouTube und in der ARD Mediathek (dort bis 13.08.2021) verfügbar.

Der „instagramable“ Beitrag „#lookslike: von der Zugspitze bis Neuschwanstein“, online seit Anfang August 2020 (und wenig später auch einmal im WDR ausgestrahlt), wurde mit dem Columbus Filmpreis 2020 in Silber in den Kategorie Innovation ausgezeichnet. Mehr zum diesjährigen Filmpreis-Jahrgang und der Arbeit der Jury finden Sie hier.

Christian Loß (Foto: privat)

Dieser und alle weiteren ausgezeichneten Beiträge der Columbus Journalistenpreise der VDRJ für das Erscheinungsjahr 2020 für Text, Radio sowie Film sind hier auf einen Blick zum Nachlesen, Reinhören und Anschauen online verfügbar.

Wir danken den Sponsoren der Columbus Filmpreise 2020
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