„Das beste Radiostück“: Saskia Guntermann & Michael Marek erlebten „Giganten des Waldes“ (WDR5)

Waipoua Forest
Waipoua Forest

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Die weißen Kauribäume im Waipoua Forest sehen aus wie Leuchttürme mitten in einem Wald. Der Waipoua Forest ist jedoch nicht irgendein Wald. Es ist der Wald mit den größten Baumriesen der Welt und ein Heiligtum der Maori. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts retteten sie die Kauribäume durch den Kauf dieses 80 Quadratkilometer großen Waldes. So entstand der erste Nationalpark auf der neuseeländischen Nordinsel. Saskia Guntermann und Michael Marek führen die Hörer ein in ein besonderes, hierzulande nicht so stark bekanntes Stück Natur.

Kolo Kame ist Biologe, Touristenführer und Maori. Er begleitet die Autoren durch einen der ältesten Wälder der Welt. Der Ausflug wird zu einem mystischen Erlebnis. Kolo Kame berichtet vom größten und ältesten Kauribaum der Welt, Tane Mahuta, dem „Gott des Waldes“. „Bäume verbinden uns mit unseren Vorfahren“, sagt er und lädt ein zur akustischen Natur-Meditation verbunden mit der Poesie der Ökologie. Die Autoren verstehen es auf ganz besondere Weise, diese Magie einzufangen und akustisch auf den Zuhörenden zu übertragen. Aber das besondere Fleckchen Erde ist gefährdet. Denn den riesigen Bäumen – Kauribäume werden über 50 Meter hoch und können einen Stammumfang von mehr als zwölf Metern erreichen – droht der Tod durch winzig kleine Pilzsporen. An der Übertragung dieser Sporen haben auch die Wanderschuhe von Touristen ihren Anteil.

Der Zauber alter Riesenbäume, ihr Mythos und ihre Bedrohung durch mikroskopisch kleine Feinde: Das ist der Stoff für ein Stück über ein Paradies mit Webfehlern. Der Gott des Waldes droht zu sterben. Man möchte nach dem Hören der Reportage mit der Trauerarbeit beginnen. Tief bewegt von 4 000 Jahre alter Natur. Selten zuvor hat ein Radiobeitrag solche Gefühle ausgelöst. Die Autoren haben mit ihrem Meisterwerk dafür gesorgt. Und die Jury vergab daher den Goldenen Columbus.

Wir danken den Sponsoren der Columbus Radiopreise 2019:

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