Journalistisch geprägte Auftragsarbeiten?

journalistische Auftragsarbeiten

Die VDRJ Mitglieder Holger Bernert und Rüdiger Edelmann demonstrieren mit ihrem Projekt „Mein perfekter Tag in…“, dass Reisejournalisten im Rahmen des VDRJ Leitbildes professionell tätig sein und journalistisch geprägte Auftragsarbeiten realisieren können, ohne sich dabei selbst zu verleugnen und journalistische Standards außer acht zu lassen.

Bernert und Edelmann haben insgesamt 15 filmische Städtekurzporträts gedreht und zusätzlich Radiokurzreportagen produziert. Auftraggeber war die “Grimmheimat Nordhessen“, deren Städtekooperation die Marketingidee „Mein Perfekter Tag in…“ filmisch und akustisch im Rahmen der journalistischen Auftragsarbeit umgesetzt haben wollte.

 

Die inhaltlichen Vorschläge und Ideen kamen von den Autoren und wurden, von kleinen Details abgesehen, durchgehend akzeptiert. Herausforderung für die Autoren war dabei, den meist nicht sehr medienerfahrenen Touristikern am Drehort zu verdeutlichen, dass ein Kurzfilm die Konzentration auf möglichst eine Geschichte verlangt, es also kaum möglich ist, alle Attraktionen einer Stadt in drei Minuten Film unterzubringen.

„Für uns war es wichtig, nicht beliebige touristische Filme zu drehen, sondern den journalistischen Ansatz zu sehen“, erklären Holger Bernert und Rüdiger Edelmann.

Beide geben nach Abschluss des Projektes „Mein perfekter Tag“ unumwunden zu, dass die Zeit- und damit auch die Preiskalkulation zu optimistisch war: „Wir haben länger und aufwendiger arbeiten müssen als geplant, um das jeweilige Produkt zu realisieren. Qualität kostet mehr Zeit als gedacht.“

Im Fokus der Filme sollten Menschen stehen, die eigentlich nichts mit dem Tourismus zu tun haben, aber trotzdem Lust auf die Region machen. Also nicht die Weinkönigin, die Märchendarstellerin oder der Touristiker, sondern Menschen aus der Nachbarschaft, wie zum Beispiel ein Pfeifendrechsler sein oder ein Kirschen-Bauer. Auch auf diesen Punkt soll zukünftig verstärkt geachtet werden.

Holger Bernert und Rüdiger Edelmann ziehen eine gemischte Bilanz. Ein weiteres Projekt würden beide nach eigenen Angaben sicher anders machen, aber sie würden sich auf jeden Fall wieder an die Realisierung eines solchen Projektes machen. Allerdings sei eine noch präzisere Kalkulation notwendig. Außerdem müsse zwangsläufig ein höherer Preis verlangt werden, um die Qualität noch zu steigern.

Beide sehen in der Machart auch vor dem Hintergrund einer eventuellen multimedialen Ausdehnung weiterer solcher Projekte eine Chance in Zeiten fehlender Aufträge.

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