Asien-Berichterstattung ist ein Spagat – Die VDRJ zu Gast bei Indonesien

Der indonesische Generalkonsul Tofferry Primanda Soetikno, Dorothea Hohn, Martin Brückner (Referent), Marina Noble, Rüdiger Edelmann (v.l.n.r) beim Regionaltreffen Mitte
Der indonesische Generalkonsul Tofferry Primanda Soetikno, Dorothea Hohn, Martin Brückner (Referent), Marina Noble, Rüdiger Edelmann (v.l.n.r) beim Regionaltreffen Mitte

von Marina Noble

„Es ist sehr schwer über Asien zu berichten, denn dieser Teil der Welt ist so vielfältig und voller Widersprüche“, analysierte Martin Brückner, Herausgeber des Wirtschaftsmagazins Asia Bridge beim VDRJ Regio-Treff Mitte in der Privatresidenz des Indonesischen Generalkonsuls in Frankfurt. Als Experte gab er den dreizehn teilnehmenden Kollegen Impulse für die Diskussion „Asien aus der Medien-Perspektive“.

Ob Wirtschaft, Historie oder Spiritualität es gibt viele Facetten für Themen zu Asien. Genau breitgefächert sind die Zielgruppen, die von erholungsuchenden Strandurlaubern bis zu wissbegierigen Studienreisenden reichen. Martin Brückner resümiert: „Es ist schwer, eine Schnittmenge zu finden.“ Zudem entwickeln sich die Länder dieser Region in unglaublicher Geschwindigkeit. Viele Wirtschaften boomen und es entstehen gigantische Infrastruktur-Projekte. Beispiele sind die neue Seebrücke zwischen Hongkong, Macao und Guandong, weltweit die längste dieser Art, und immer neue Flughäfen für Millionen von Passagieren in Städten, deren Name hier keiner kennt. „Asien wird aktiv“, nannte es Martin Brückner. Dies gilt auch für die steigende Zahl asiatischer Touristen, welche die Welt erkunden.

Für die Berichterstattung stelle der Kontrast zwischen Moderne und Tradition, zwischen Wirklichkeit und Vorstellung eine Herausforderung dar. „Spannende Themen bedeuten oft einen Spagat zwischen einerseits den modernen Entwicklungen, die es gibt, und andererseits der Erwartung der Leser an reizende Historie und Folklore. Der Journalist läuft Gefahr, Klischees zu bedienen. Diesen Widerspruch abzubilden ist uns gelungen, als wir in einem Bericht aus Thailand eine traditionelle Tuk-Tuk-Autorikscha mit einem 7er BMW verglichen haben“, resümierte der Experte, der auch für Dow Jones und n-tv tätig war.

Oft sei die Berichterstattung auch von Hochnäsigkeit geprägt und es fehle die Perspektive. „Man kann vieles nicht mit unseren Maßstäben messen“, ist Martin Brückner überzeugt. Zwar wäre ein neuer Staudamm unter ökologischen Aspekten durchaus kritisch zu bewerten, andererseits versorge er 50 Millionen Menschen verlässlich mit Strom. Ein besonderes Informationsbedürfnis habe die deutsche Wirtschaft, daher seien auch Magazine wie Asia Bridge erfolgreich. „Urlauber informieren sich heute eher auf einem Blog und beim Surfen im Internet. Sie haben kaum noch Bedarf, auf ein Magazin zurückzugreifen“, erklärte Martin Brückner im Rückblick auf den ebenfalls von ihm herausgegebenen Special Interest-Titel In-Asien, den er 2014 eingestellt hat.

Wie stark Asien im Trend liegt zeigten auch die Zahlen von Tofferry Primanda Soetikno, General-Konsul von Indonesien: Im vergangenen Jahr kamen 274.000 deutsche Gäste – ein Plus von zwei Prozent – in den größten Inselstaat der Welt. Die meisten Deutschen reisten nach Bali (68 Prozent) und die Hauptinsel Java (22 Prozent). Ziel sei es, neue Attraktionen und Veranstaltungen in allen Provinzen zu bieten, um einen Beitrag zur Wirtschaft zu leisten und Arbeitsplätze zu schaffen.

Wie attraktiv die kulinarische Seite Indonesiens ist, vermittelte das Team des Generalkonsulats anschließend mit kulinarischen Köstlichkeiten. Den Regio-Treff organisierten Dorothea Hohn, Rüdiger Edelmann und Marina Noble. Die VDRJ dankt dem Indonesischen Generalkonsulat, Martin Brückner und den Organisatoren.

 

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