VDRJ Columbus Ehrenpreis 2013: Klaus Laepple

Klaus Laepple Anschnitt

Klaus Laepple!

Ein Charakterkopf, der gerne „klare Kante“ redet – und nicht selten Menschen dabei (gelinde gesagt) vor das berühmte Schienenbein tritt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, bringt die Dinge auf den Punkt und doch: Wer den studierten Humanmediziner und diplomierten Wirtschaftswissenschaftler zu portraitieren versucht, erliegt schnell der Gefahr, den Überblick über das aufregenden und vielfältige Leben Laepples zu verlieren. Schon in frühester Jugend hat der langjährige und vor allem äußerst erfolgreiche ASR, BTW und DRV Präsident das Kunststück fertig gebracht, sich mit all denjenigen anzulegen, die für seine Sicht auf die Dinge offenbar nur wenig bis kein Verständnis entgegenbringen konnten.

Klare Kante

So hat der gebürtige Aachner 1966 als AStA-Vorsitzender an der Universität Köln gegen die 52prozentige Fahrpreiserhöhung bei den Kölner Verkehrsbetrieben einen spektakulären Streik initiiert – der in einem laut Laepple „ziemlich geharnischten Strafprozess“ mündete, welcher letztendlich Justizgeschichte in Deutschland geschrieben hat. So etwas stählt natürlich für das weitere Funktionärsleben!

Noch heute lässt dieser Mensch, von dem sein Fahrer sagt, er habe seinen Chef im Laufe von 20 Jahren nie hektisch erlebt, einen erlebnisreichen Tag mit dem „kleinen Laepple-Gedeck“ ausklingen. Was das ist, dürfen Sie übrigens selbst herausfinden. Die Auflösung gibt’s unter einem der Links in der Spalte „Media“. Spätestens seit der Gründung des von seiner Frau jahrzehntelang geführten und mittlerweile an die TUI verkauften Reisebüros KÖ 27 in Düsseldorf hat sich der aktuelle VDRJ Columbus-Ehrenpreisträger in der Reisebranche einen Namen gemacht. Diese Frau, Elsa heißt sie, sei Joachim Hunold und Hartmut Mehdorn zufolge, eh „das Beste an Laepple“.

Wie gut, dass er nicht bei seinem studentischen Nebenjob als professioneller Trauzeuge für ein Kölner Standesamt hängengeblieben ist… Die Reisebranche wäre um einen wahrlich ehrlichen Charakter ärmer.

Professioneller Trauzeuge

Auch heute ist der Kuratoriumsvorsitzende der Willy Scharnow-Stiftung für Touristik noch immer das gute Gewissen einer Branche, die zuweilen an sich selbst zu verzweifeln droht. Politikerschelte, Umweltverbände, wildgewordene Unternehmer und dann ist da ja auch immer noch der Kunde, der bei allem und jedem immer im Mittelpunkt steht. Stehen sollte… Im November 2012 hat Klaus Laepple sein letztes „großes“ Amt als BTW Präsident turnusmäßig niedergelegt. Nachfolger Michael Frenzel steht in den Startlöchern. In seiner mehr als zehnjährigen BTW Präsidentschaft hat er übrigens nach eigenem Bekunden nie einen so großen Frust empfunden, als dass er alles hätte hinschmeißen wollen.

„Natürlich hat es immer mal Phasen gegeben, in denen ich mich gefragt habe, ‚Mein Gott, muss man sich das denn jetzt auch noch antun’“, verriet er Jürgen Drensek in einem Reiseradio Interview. Allerdings hat er zugegeben, dass die berühmte „träge Masse“ eines Vereins oder eines Verbands das Gestalten und Voranschreiten „nicht immer einfach“ gemacht hat.

Mit etwas Wehmut aber auch einer großen Portion Zuversicht ob der weiterhin fordernden und spannenden Aufgaben blickt Laepple nach vorn. Wobei er nach eigener Aussage keineswegs ein Leben auf der Galerie als lediglich zuschauender Ehrenpräsident führen wird. Zu vielfältig sind die zahlreichen Mandate, die der Mann mit der markigen Stimme auch weiterhin ausfüllt. Und die Freude auf einen Gipfel, ohne in den Stress der Programmplanung eingebunden zu sein ist natürlich immer noch in großem Maße vorhanden.

Kein Papa Ante Portas

„Papa ante Portas wird es bei mir nicht geben“, verriet Laepple in seinem Abschiedsinterview am 15. Oktober 2012 gegenüber Jürgen Drensek vom Reiseradio „Was mit Reisen“. „Im Grunde genommen“, so der langjährige Vorstand der Karl-Arnold-Stiftung, „hab ich das ja auch noch relativ vernünftig gemacht, in dem ich diese Positionen ja sukzessiv abbaue. Die erste Position, die ich abgebaut habe, und die sicherlich auch die zeitraubendste war, war die des DRV Präsidenten.“ Ende November 2012 folgte dann die Staffelübergabe der BTW Präsidentschaft. Ob ITB Fachbeirat, Verwaltungsrats-Vorsitz bei der DTZ, Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Flughafen AG, um nur einige der sehr tourismusaffinen Aufgaben zu nennen: Über Langeweile wird sich Laepple nicht beklagen können.

Eines hat er seinem Nachfolger Frenzel dann doch noch als guten Ratschlag mit auf den Weg gegeben, sozusagen in weiser Voraussicht aller Dinge, die da kommen werden: „Die Schlangengrube für den BTW, der ja ein rein politischer Verband ist, ist logischerweise die Politik“. Es bleibt also spannend nicht nur im Leben von Klaus Laepple – sondern auch in der Reisebranche, die noch so manches Mal von Klaus Laepple hören wird. Hoffentlich.

Das komplette Interview mit Klaus Laepple im Reiseradio „Was mit Reisen“ können Sie übrigens hier hören.

 

Kontakt:
Klaus Laepple
c/o
Willy Scharnow-Stiftung für Touristik
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Tel.: +49 69 27 39 07 16
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