
Beim VDRJ-Regiotreff in Ludwigsburg standen das württembergische Residenzschloss und die Gartenschau Blühendes Barock im Mittelpunkt.
Ein barockes Schloss und eine national bekannte Gartenschau: Das sind die touristischen Attraktionen von Ludwigsburg. Sie standen Mitte April im Zentrum eines Treffens von VDRJ-Mitgliedern aus dem Südwesten. Die Stadt mit ihren heute etwa 100.000 Einwohnern im Norden von Stuttgart war ab Anfang des 18. Jahrhunderts die Residenzstadt der württembergischen Herzöge und Könige. Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg ließ sie 1704 am Reißbrett planen. Er hatte Ludwigsburg als Jagdrevier auserkoren, weil es ihm in Stuttgart zu eng geworden war, erläuterte Elmar Kunz, der Tourismusbeauftragte der Stadt, bei einem ersten Gespräch im „Ludwigsburg Museum“.
Larissa Ruta führte die Gäste, die aus dem nahen Bietigheim-Bissingen, aus Kornwestheim, aus Stuttgart und Calw angereist waren, durch die Räume des Schlosses. Erbaut wurde das Schloss nach dem Vorbild von Versailles. Es ist heute eines der am besten erhaltenen Schlösser aus der Zeit des Barock. Im Krieg blieb es unversehrt. Marmorsaal, Ordenssaal, Schlosskirche, das ganz aus Holz gebaute Schlosstheater: Sie alle erstrahlen im alten Prunk, für den häufig Architekten und Künstler aus Italien verantwortlich waren. Die VDRJ-Mitglieder erhielten ein seltenes Privileg: Sie durften den historischen Weinkeller besichtigen. Die Grabstätte der Württemberger Könige blieb ihnen allerdings verwehrt.
Wurde der Herzog ermordet?
Mit vielfältigen Führungen und Aktionen wird die Geschichte des Schlosses heute lebendig gehalten. In einem „Escape Room“ können sich Gäste beispielsweise mit der Aufklärung eines Mordfalles befassen: Am 12. März 1737 starb Herzog Carl Alexander nach einem Abendessen. Wurde er vergiftet? Im Hof des Schlosses vereidigt die Bundeswehr ihre Rekruten. Gegen Ende des Sommers finden Open Air-Konzerte statt. Charles de Gaulle hielt hier 1962 seine Rede an die deutsche Jugend. Paare lassen sich in den barocken Räumen trauen.
Aus erster Hand wurden die VDRJ-Mitglieder danach vom Gärtnermeister über das Blühende Barock informiert, das sich in direkter Nachbarschaft des Schlosses über eine Fläche von 30 Hektar erstreckt. Die Gartenschau, zu der ein Märchengarten gehört, zieht jährlich rund zwei Millionen Besucher an. Zweimal im Jahr werden rund 150.000 Pflanzen neu gesetzt. Ein Heer von knapp 30 Gärtnern kümmert sich um die Anlage mit ihren verschiedenen Themengärten. Veranstaltungen dienen als Publikumsmagnet. Am Tag des VDRJ-Besuchs starteten Heißluftballons auf dem Blüba-Gelände. Im Herbst ist die Gartenschau Schauplatz der Kürbis-Ausstellung. Kürbisse mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne ringen um den WM-Titel.
Bei einem kleinen Abendessen waren sich die VDRJ-Mitglieder im Nachgang einig: Ludwigsburg hat den Besuch gelohnt. Es wäre schön, das Treffen im nächsten Jahr an anderer Stelle zu wiederholen.