Die Columbus Radiopreise zeigen: „Reise“ ist überall

Die Jury des Columbus Radiopreises 2019; Foto: Marc Schmidt
Die Jury des Columbus Radiopreises 2019; Foto: Marc Schmidt

Klassische Reisesendungen sorgen immer weniger für eine Ausweitung des thematischen Spektrums. Immer mehr Beiträge kommen aus anderen Ressorts, bilanziert Radiopreis-Geschäftsführer Rüdiger Edelmann. Doch noch liegen die Reise-Klassiker bei der Preisvergabe eindeutig vorn.

Es waren zum Schluss 35 Beiträge, mit denen sich die Columbus Radiopreis-Jury auseinanderzusetzen hatte. 35 Hoffnungen auf vier Preise. Letztlich war es, wie immer, gegen Ende ganz einfach, die Gewinner herauszuarbeiten. Für die Ohren ist es ein dorniger Weg dorthin: Denn sie müssen viel Mittelmaß sowie einige akustische und handwerkliche Grausamkeiten erdulden. Dies macht jedes Jurymitglied vorweg am eigenen Lautsprecher oder Kopfhörer. Vorauswahl muss sein, 16 Stunden Tonmaterial gemeinsam anzuhören sprengt den zeitlichen Rahmen eines Jury-Wochenendes. Letztlich kamen insgesamt zwölf Einsendungen in die Auswahl für die gemeinsame Jurysitzung.

Auf der Strecke blieb manch großes Feature-Kunstwerk mit Wirtschafts- oder Literaturthemen. Einige dieser Werke beeindruckten die Jury durchaus. Da sie aber so gar nichts mit Reisen und Tourismus zu tun hatten, haben wir sie schweren Herzens aussortiert. Die Zahl an Einreichungen aus dem Privatradio und an Podcasts hat zugenommen. Dass sich diese Beiträge nicht für eine Auszeichnung qualifizieren konnten, lag an unterschiedlichen Auslösern wie handwerklichen Schwächen, Fehlern bei der Recherche oder extrem sperrigen Themen und ihrer Präsentation.

Natürlich spielen bei der Auswahl auch die Tagesform beim Hören und der persönliche Geschmack – trotz aller bewusst angestrebten Objektivität – immer eine Rolle. Davor ist auch eine hochkarätig besetzte Jury nicht gefeit. Das gemeinsame Hören und Diskutieren hat auch diesmal manche Einschätzung wieder verändert.

Die Jury bestand auch in diesem Jahr aus Radioprofis, die ganz bewusst nicht oder nicht nur mit Reisejournalismus zu tun haben. Sabine Dahl ist Autorin und Moderatorin bei rbb-inforadio. Daniela Wiesler-Schnalke leitet das Medientraining der DW Akademie der Deutschen Welle. Horst Kläuser, mittlerweile im Ruhestand, hat als Redakteur und Moderator für den WDR und lange Jahre als ARD-Auslandskorrespondent in Moskau und Washington gearbeitet. Till Ottlitz ist Feature-Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, Marc Schmidt arbeitet als freier Redakteur bei hr1 (Hessischer Rundfunk). Rüdiger Edelmann gestaltet seit dem Ausscheiden aus dem HR als freier Reise- und Podcast-Autor das Internetmagazin Deutsches-Reiseradio.com.

Bei den eingereichten Beiträgen sind nicht alle aktuellen Themen, die rund ums Reisen derzeit heiß diskutiert werden, umgesetzt worden. Der Klimawandel hat es in den Wettbewerb geschafft,
aber nicht in die Preisränge. Deutschland-Themen waren auch diesmal wieder unterrepräsentiert. Befriedigen Exotik und Fernweh also noch immer am ehesten die Hörbedürfnisse? Mag sein. Aber das Herausragende der preisgekrönten Beiträge liegt nicht nur in der Beschreibung von Reiseparadiesen und Traumzielen.

Auch bei den exotischsten Themen werfen die ausgezeichneten Autoren immer Blicke hinter die Kulissen – so entstehen akustische Reisen in Paradiese mit Webfehlern.

Die prämierten Beiträge:

Die Radiopreis-Jury 2019

  • Rüdiger Edelmann (Deutsches-Reiseradio.com), Geschäftsführer Columbus Radiopreis, sowie
  • Sabine Dahl (rbb)
  • Horst Kläuser (WDR)
  • Till Ottlitz (BR)
  • Marc Schmidt (HR)
  • Daniela Wiesler-Schnalke (Deutsche Welle)
Wir danken den Sponsoren der Columbus Radiopreise 2019:

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